Kompott aus Dörrobst

Obst zu dörren und aufzubewahren war in der Vergangenheit das beste (oder zum Teil auch das einzige) Mittel, um rund um das Jahr Obst essen zu können. Heute kann man Obst rund um das Jahr im Supermarkt kaufen und so gerät das gedörrte Obst fast in Vergessenheit. Dabei lässt sich daraus eine leckere Beilage zubereiten …

Zutaten:

  • ca. 400 g gedörrtes Obst (gemischt) oder gedörrte Pflaumen
  • etwas Wasser
  • je nach Wunschsüße ca. 50 g Zucker
  • je nach Variante kann es auch mit Apfelsaft, Zwetschgenwasser/Obstbrand, Zitronensaft und Zimt abgeschmeckt werden

Zubereitung:

Das gedörrte Obst am besten bereits am Vorabend oder morgens kurz abschwenken und in einer Schüssel mit Wasser mehrere Stunden einweichen. Mit dem Einweichwasser (und je nach Variante auch mit einem halben Glas Apfelsaft) aufköcheln lassen und für ca. 20-30 Minuten dünsten. Falls die Masse zu flüssig ist, kann man den Sud um das Dörrobst mit Verdickungsmittel etwas sämiger machen.

Das Dörrobst-Kompott je nach Wunschsüße zuckern, evtl. noch Zitronensaft oder Zimt zufügen und (sofern keine Kinder mitessen) mit etwas Obstbrand oder Zwetschgenwasser abschmecken.

Tipp:

Schmeckt sehr lecker zu Süßspeisen wie Griesbrei, Griesknöpfe oder Milchreis. Passt aber auch hervorragend (anstelle von Preiselbeeren) als Beilage zu Fleischgerichten.

Apfelbrei

“Appelbrei”

Hhhmmmm. Einem selbst gemachtem Apfelbrei kann kein gekaufter den Rang streitig machen. Liegt es an den Apfelsorten? Liegt es an der Herstellung? Keine Ahnung. Aber der Vergleich lohnt sich, probieren Sie doch mal selbst …

Zutaten:

  • 1 kg Äpfel, am besten eine säuerliche Sorte wie Boskop
  • etwas Zucker
  • 1 Glas Wasser
  • Zum Abschmecken: Zitronensaft, etwas Zimt

Zubereitung:

Äpfel schälen, entkernen, schneiden und mit ein wenig Wasser in einem Topf etwa 10 Minuten lang kochen. Je süßer der Apfel, desto weniger Zucker dazugeben.

Wenn die Äpfel weichgekocht sind, entweder ganz herkömmlich durch ein Sieb passieren (das war noch zu Omas Zeiten) oder (wie’s inzwischen gang und gäbe ist) mit einer Küchenmaschine zu einem Brei verarbeiten.

Guten Appetit!

Wurstsalat

In unserer Familie hat jeder seine eigenen Lieblingsgerichte. Aber bei einem Rezept, da sind wir uns alle einig: Wurstsalat mit Bratkartoffeln.

Und für jeden von uns, ist dieses Rezept absolut einmalig. Oft genug ist es uns so ergangen, wenn wir irgendwo hier in der Pfalz auswärts essen waren, dass wir uns von dem Wort “Wurstsalat” auf der Speisekarte haben blenden lassen und dieses Gericht dann bestellt haben. Leider. Denn in der Regel wurde daraufhin ein Wurstsalat serviert, der zwar mehr oder weniger schmackhaft war – der jedoch aus unserer Sicht die Bezeichnung “Wurstsalat” nicht verdient hatte. Meist fehlten an dem fremden Wurstsalat-Rezept die Eier und die Tomaten, um ein (in unseren Augen) echter und wahrer Wurstsalat zu sein.

Hier also das Rezept von unseren Großeltern (ja, von beiden, denn gerade bei diesem Gericht ist unser Opa zu Höchstform aufgelaufen, wenn es darum ging, die Wurst zu schnippeln, die Gurken und Tomaten zu zerkleinern und die Soße abzuschmecken).

Zutaten:

  • 1 Ring Fleischwurst
  • 4 kleine oder 3 große Tomaten
  • 4 kleine oder 3 große Gewürzgurken
  • 4 hartgekochte Eier
  • 150 ml Essigsud aus dem Gurkenglas
  • 4-5 TL oder 2 EL würzigen Senf
  • Salz, Pfeffer, Öl

Zubereitung:

Die Fleischwurst in schmale Scheiben und diese Scheiben wiederum in ca. 6-7 kleine Streifen schneiden. Die Tomaten und die Gewürzgurken ebenfalls in kleine Streifen schneiden. Diese Zutaten in eine tiefe Schüssel geben und mit reichlich Sud aus dem Gurkenglas, Öl und Senf vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Zutaten sollten gut mit Soße bedeckt sein. Zum Schluss die Eier in einem Eierschneider zerkleinern und vorsichtig unterheben. Die Schüssel für 1 bis 2 Stunden an einen kühlen Ort stellen, damit der Wurstsalat gut durchzieht. Vor dem Servieren nochmals vorsichtig (wegen der Eier) umrühren.

Tipp:

Dazu passt Weißbrot oder “gut gebrätelte”, knusprige Bratkartoffeln.

Leberwurst-Kartoffeln

“Grumbeere mit Lewwerworscht”

Ein einfaches Essen – aber (je nach Qualität der Leberwurst) herrlich würzig und pikant. Und ideal, wenn es mal schnell gehen muss …

Zutaten:

(für etwa 4 Personen)

  • ca. 1 kg fest kochende Kartoffeln (Grumbeere, Erdäppel)
  • 1 große oder 2 kleine Zwiebeln
  • 200-250 g Leberwurst
  • etwas Majoran, Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • je nach Vorliebe ggf. auch 1-2 Knoblauchzehen

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, nach dem Erkalten schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln schälen und würfeln oder in Streifen schneiden. In einer Pfanne Fett erhitzen und die Kartoffeln hineingeben, gut würzen. Etwa zur Hälfte der Bratzeit die Zwiebeln hinzugeben, kurz vor dem Ende die Leberwurstmasse unterrühren und mitrösten. Abschmecken und ggf. nachwürzen.

Tipp:

Passt sehr gut zu gemischtem Salat oder Feldsalat.

Grießbrei

Zugegeben: ein typisches Pfälzer Gericht ist Grießbrei eher nicht. Aber weil er (wie alles andere) bei der Oma so gut geschmeckt hat (vor allem mit ihrem selbst eingemachten Obstkompott), soll diese Süßspeise hier auch aufgeführt werden.

Zutaten:

  • 2 1/4 l Milch
  • 225 g Grieß
  • etwas Butter
  • Salz, Zucker und Zimt

Zubereitung:

Die Milch mit dem Salz und etwas Butter zum Kochen bringen. Dann den Grieß langsam einrühren und zu einem Brei kochen lassen. Mit Zucker und Zimt servieren.

Tipp:

Schmeckt sehr lecker zu selbst gemachtem Apfelbrei, aber auch zu dem Dörrobst-Kompott.

Grießbrei, der übrig geblieben war, gab es abends als Grießknöpfe (uff pälzisch: “Grießknäpp’”) aufgebacken: einfach den restlichen Brei in mittelgroße Stücke zerkleinern, diese in etwas Eiweiß und Weckmehl wenden und dann in der Pfanne goldbraun backen bzw. auf ein Backblech legen, noch einen Klecks Butter zufügen und im Ofen goldgelb backen.

Pellkartoffeln & Quark

“Gequellde” mit weißem Käs’

Die “Gequellde” mit weißem Käse (bzw. Quark) sind ideal geeignet für die heißen Sommertage, wenn einem der Sinn nach leichter Kost steht. Zudem sind sie schnell und einfach zubereitet.

Zutaten:

  • Kartoffeln (Grumbeere, Erdäppel) nach Belieben
  • Quark oder Magerquark (500 g reichen für ca. 3-4 Personen)
  • zum Würzen etwas Salz, Pfeffer, Zwiebeln und Schnittlauch

Zubereitung:

Einfach die Pellkartoffeln in wenig Wasser kochen, bis sie gar sind. Währenddessen den Quark mit wenig Milch verrühren, bis die Masse feincremig ist. Mit etwas Salz und ggf. Pfeffer würzen. Zwiebeln klein würfeln und Schnittlauch klein schneiden und in je eine kleine Schüssel zum Servieren geben. Wenn die Kartoffeln gar sind, diese schälen. Wer mag, kann aus den “Gequellden” noch “Gebrädelde” machen: einfach die Kartoffeln in dicke Scheiben schneiden und in einer gut gefetteten Pfanne goldgeld rösten. Hier können auch kleine Zwiebelstücke mitgeröstet werden. Wenn alles fertig ist, die Kartoffeln mit dem Quark, den Zwiebeln und dem Schnittlauch servieren.

Tipp:

Sehr beliebt ist es auch, zusätzlich zum Quark auch Leberwurst oder Kalbsleberwurst zu reichen. So ein Stückchen Kartoffel, auf der die aufgestrichene Wurst zerschmilzt – das ist absolut köstlich!

Handkäse mit Musik

Handkäs’ mit Musik:

man beachte, dass die Betonung der Musik nicht wie üblich auf der zweiten Silbe liegt, sondern auf der ersten Silbe, so dass es klingt wie “Handkäs’ mit Musigg”. Unsere Oma aß nur ab und zu davon, aber Opa liebte ihn sehr und bereitete ihn öfter mal als Imbiss oder als kleine Abendmahlzeit zu.

Zutaten:

(für 2 Portionen)

  • 1 Handkäs’ (200-250 g)
  • 8 EL Essig
  • 4 EL Öl
  • Salz,weißer Pfeffer
  • 3 Zwiebeln
  • Kümmel

Zubereitung:

Der Handkäse sollte gut reif sein, deshalb nach dem Kauf auf keinen Fall kühl lagern, sondern noch einmal 3-4 Tage bei Zimmertemperatur in einem Steinguttopf “laufen” lassen.

Für die Zubereitung den Handkäse in Scheiben teilen und auf einen Teller legen. In einem Gefäß Essig und Öl verrühren und mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Die kleingewürfelten Zwiebeln und den Kümmel dazugeben und alles über die Käsescheiben geben. Den Käse mit der “Musigg” etwa 1 bis 2 Stunden durchziehen lassen.

Tipp:

Ein kräftiges Bauernbrot und Butter passt am besten dazu.